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Waitoru farm 1.0

Mein erster WWOOFing Platz ist die Waitoru farm, ein horsemanship Trainings Zentrum, indem Kirsten Rose, die Besitzerin der farm, nach Monty Roberts, Pat Parelli und eigenen Überzeugungen, Unterrichtet und selbst Pferde ausbildet. Zum Hof gehören: 12 Pferde, 3 Schweine, 4 Truthähne, 2 Hunde, 2 Katzen und viele viele Hühner unterschiedlicher Rassen. Der Hof ist noch recht neu, erst vor ca 1 jahr sind Kirsten und Vincent hier her gezogen, sodass es viel zu tun gibt! Hier ein kleiner Überblick meiner ersten Eindrücke:
Erster Arbeitstag und ein sogenannter horseday. Denn hier wird mit den Pferden nur Dienstags, Donnerstags und Samstags gearbeitet und diese Tage sind dann lange Arbeitstage, wofür ich an den anderen Tagen dann weniger ran muss. Aber bevor die Arbeit mit den Pferden losging wurden erstmal alle anderen Tiere versorgt. Sprich: Schweine sowie Geflügel gefüttert und Eier eingesammelt.
Dann wurden die Pferde geholt. Geplant war ein Schrittausritt und auf meine Frage, wie lange wir unterwegs sein werden, wurde mit einem „oh I dont know I’v. been never ridden this Way before, but its a long long way, I think we need a couple of hours!“ geanwortet. Nach ausgiebigem Putzen und Schlamm entfernen, sodass Beine und Hufe der Pferde wieder zu sehen waren, wurde gesattelt und es konnte losgehen. Ich saß auf Kirstens erstem Pferd, ein Oldie also, der mittlerweile einer Einstellerin gehört. Wir waren zu viert unterwegs, Kirsten, ein jüngeres Mädchen (Ella), Jenny (sie arbeitet 2-3mal die Woche auf der farm und ist selber Eiänstellerin) und ich. Über Troy (das Pferd unter mir) hörte ich nur „oh he is so cool!“ Und man sagte mir ich bräuchte nichts zu machen, außer mich tragen lassen, okay..! Auf dem Ausritt stellte ich dann fest, dass Kirstens Reitweise daraus besteht kaum Einwirkung auf das Pferd zu haben (keine beine oder Zügel benutzten!!) und es wird generell nur mit Halfter, also gebisslos geritten. Man erklärte mir zum losgehen das Stimmkomando „Walk“ zu geben und zum anhalten „wait“ zu sagen. Während ich mich fragte, wie ich das Pferd nach rechts und links bewegen sollte, merkte ich das diese Gedanken sinnlos waren, denn die Pferde wurden im Gelände nicht gelenkt, man ließ sie einfach laufen woher sie wollten, um ihnen so die Möglichkeit zu geben den weichsten, für die Hufe angenehmsten Weg zu finden. Dadurch entstand aber auch zwischendurch ein ganz schönes Durcheinander, die Pferde liefen kreuz und quer von der einen Seite zur Anderen. Ab und zu hielten wir an, damit die Pferde am Wegrand fressen konnten und dann ging es weiter, bis der Weg irgendwann an einer Straße endete. Dort stand dann eine Frau, die ich vom Hof kannte, sie ist die Mutter von Ella und Besitzerin von Troy. Wir stiegen ab machten kurz Pause, ließen die Pferde fressen und unterhielten uns. Dann nahm mir die Frau plötzlich das Pferd aus der Hand, es wurde sich noch kurz verabschiedet uns sie und ihre Tochter gingen los! Äh okay, ich hatte definitiv etwas nicht mitbekommen!! 😮
Beim Nachfragen erfuhr ich, dass deren Pferde jetzt zu einem neuen Stall in der nähe gehen und Mutter und Tochter jetzt das letzte Stück dort hin reiten. Mir wurde das Pferd, welches vorher als Handpferd mitgenommen wurde in die Hand gedrückt und wir LIEFEN los. Ich hatte ja schon beschrieben, dass die Neuseelanänder nicht so verrückt nach Runden sind und so gingen wir exakt den gleichen Weg zurück. Kirsten hatte mir bevor wir losgingen gesagt, dass ihre Pferde noch nicht so gut konditioniert seien und jetzt merkte ich worauf das hinaus lief: wir würden den ganzen „Long Long Way“ zurück laufen und die Pferde führen. Wir brauchten ziemlich lange, was zum einen daran lag, dass wir jetzt bergauf laufen müssten und daran, dass sich das führen auch anders gestaltete, als ich es gewöhnt bin. Ähnlich wie beim reiten wurden den Pferden alle Freiheiten gelassen. Man ließ sich also von einem Grasbüschel zum anderen, von der einen Seite zur gegenüberliegenden vom Pferd führen und wartete geduldig bis das Pferd seinen Grashunger an einer Stelle gestillt hatte und es zur nächsten ging. Irgendwann kamen wir ziemlich geschafft und die Pferde scheinbar ziemlich zufrieden, wieder am Hof an. In einer kurzen Mittagspause lernte ich Vincent kennen, er ist halb Maori, halb Niederländer und echt ein lustiger Typ. Er begrüßte mich mit den Worten „Hallo, wie geht es dir?“ Musste danach aber zugeben, dass das die einzigen deutschen Worte sind die er kennt. Nach einem Toast und einer Tasse Tee ging’s dann wieder raus und ich durfte Jenny bei einer Arbeitssession mit einem Pferd zuschauen, wobei sie mir die Grundlagen von Kirstens Prinzipien und das was sie macht erklären sollte. Das Pferd wurde in allen drei Gangarten an einer Longe vor sich her geschickt. Das Prinzip dabei ist, das Pferd um jeden Gangartwechsel zu bitten und beim nicht reagieren, die Intensität der Bitte step by step zu erhöhen. Anschließend bekamen alle Pferde einen Eimer voller Kraftfutter und waren dann entlassen. Damit war dann auch mein erster Arbeitstag hier beendet.

In der folgenden Tagen pflegte ich die Beete, befreite Wiesen von Disteln, mischte anti Wurmmittelchen für die Pferde (bei schlechtem Wetter), zupfte Unkraut aus dem Reitplatz und sammelte den über den ganzen Hof verteilten Müll ein. Außerdem nahm Kirsten mich auch einmal mit in die nächst größere Stadt „Pukekohe“ (ca40 min entfernt) und ich lernte auch die Nachbarsfamilie kennen, die immer zu Besuch kommen, wenn bei ihnen der Strom ausfällt (das kommt komischerweise öfter vor…). An den Pferdetagen putzte ich die Pferde, befreite Sie von den centimeter dicken Schlammkrusten und longierte ab und zu eines von ihnen.

Also ist zwar viel zu tun und alles etwas neu, aber auch sehr schön hier!!!

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