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10 Tage Hamilton

Die viert größte Stadt Neuseelands empfing mich mit Sonnenschein! Christina holte mich am Busbahnhof mit ihrem VW Golf ab und auf dem Weg zum Haus, machten noch einen Zwischenstopp im Warehouse. Ich als kleines Landei war natürlich noch Warehouse-Neuling und ziemlich beeindruckt von den meterhohen Regalen gefüllt mit ALLEM was man braucht und nicht braucht. Dann gings weiter auf 3 spurigen Straßen und mit Sirenen Geheul im Hintergrund (das Grundstück ist nahe dem Hamilton Hospital), damit wurde ich ins mir doch eher fremde Stadtleben katapultiert. Das Heim von Christina, ihrer 16 jährigen Tochter Nina und der für ein Jahr dort lebenden, deutschen Studentin Julia, war anders als ich erwartet hatte. Da man hier in Neuseeland meistens kleine, einfach gehaltene, fließbandgefertigte Holzhäuser nutzt, die in der wilden Natur manchmal wie kleine Pappschachteln aussehen, war ich überrascht ein äußerst solides, minivilla- ähnliches Haus vorzufinden. Auch Innen war das Haus sehr schick und mit einem großen Kamin in de Mitte sehr heimelig. Schade nur, dass ich draußen im Zelt schlafen muss… Da nämlich scheinbar die Hälfte aller Welttraveller entschieden hatte nach Neuseeland zu kommen und zu WWOOFen, ist es verdammt schwer überhaupt noch einen Platz zu finden und so war ich froh, als Christina mir zusagte, auch wenn sie nur ein Zelt als Unterkunft zu bieten hatte! Erstmal gab es dann eine Führung über das Grundstück und mir wurden die potenziellen Arbeiten gezeigt, die ich zu erledigen hatte. Hinterm Haus befand sich eine Terrasse mit kleinem Garten indem sich Kräuter- und Gemüsebeete befanden und ein Spapool! Dann führte ein Buschpfad durch einen kleinen Bambuswald in den eigentlichen Garten von Christina, der bestimmt 200 Quadratmeter hatte und mehrere Beete, Obstbäume, einen Pizzaofen-/Barbecue- Platz und ein Hühnergehege beinhaltete.

Wir machten aus, dass ich nicht im Zelt schlafen muss, sondern eine Matratze ins Wohnzimmer gelegt bekomme, die ich über den Tag dann hinterm Sofa verstecke:)
Sie Lösung fand ich gut!!
Ich machte mich dann auch am gleichen Tag schon an die Arbeit und begann den Endlosjob „weeding“. Immerhin Verstand man hier unter weeding das Unkrautjäten was man normaler Weise so kennt. Also kleine ungewollte Pflänzchen, zwischen den geliebten Pflanzen, aus dem Beet zupfen. Von der Waitoru farm war ich ja anderes gewöhnt, aber riesen Disteln waren hier zum Glück nirgens zu sehen..
Nach dem ersten kleinen Arbeitseinsatz, ließ ich es mir aber nicht nehmen doch noch schnell in die Stadt zu laufen um die City ein bisschen zu erkunden. Nach 10 Fußweg war ich in der Victoriastreet – Café- und Barmeile im Zentrum Hamiltons – angekommen. Wieder einmal, hatte ich nicht damit gerechnet, dass Cafés und Geschäfte hier meist schon um 16 Uhr schließen und meine Hoffnung, beim mittlerweile eingesetztem Regen, auf einen warmen Cappucino in einem gemütlichen Café, wurde somit zerschlagen. Also schnell wieder zurück zum Haus!
Am nächsten Tag führte ich die Arbeit fort und begann, wie gewohnt die regulären 4- 4.5 Stunden abzuarbeiten. Als Christina dann kam und mir sagte ich würde so hart arbeiten und solle doch nicht vergessen auch Spaß zu haben, dämmerte mir, dass das WWOOFen hier entspannter sein wird und später wurde mir auch gesagt, dass keine 4 Stunden erwartet werden. Nun hatte ich den sonnigen Vormittag schon fleißig gearbeitet und machte mich dann nach einem kleinen Lunch auf in die Stadt. Natürlich fing es, gerade in der Stadt angekommen wieder an zu regenen.. Aber ich war heute früher dran und konnte mich schnell in ein Café retten und einen Kaffee genießen während draußen die Welt unterging. Nach 3 Stunden Café- Aufenthalt (Free wifi ;)) traute ich mich dann wieder nach draußen und lief im Nieselregen zurück. Dabei machte ich noch einen kleinen Umweg und konnte am menschenverlassenen Lake Hamilton die Entenfamilien beobachten.

Mein gesamter Aufenthalt dort entpuppte sich dann als Testwoche der Cafés in Hamilton. Sonntag traf ich mich mit Claudia, ein deutsches Au Pair Mädchen, die ich auf der Waitoru farm kennengelernt hatte und wir verbrachten, nachdem wir ein netten Walk um den Lake hatten, den restlichen Tag im Café mit Seeblick und Sonnenschein. An den anderen Tagen arbeitete ich vormittags im Garten (baute Bohnentipis, pflanzte Bohnen, Zucchinis, Chillies, Minze und Lavendel und entfernte haufenweise Unkraut) und am Nachmittag erkundete ich die Gegend bzw die verschieden Cafés die Hamilton so zu bieten hatte. Highlight waren aber die Hamilton Gardens. Ich war bereits schon einmal dort gewesen und konnte von den „beautiful Hamilton Gardens“ nicht so überzeugt werden. Große Rasenflächen mit unterschiedlichen Bäumen, ein kleiner See mit Entenfamilien und ein Rosengarten mit Holzpavillon. Als dann die Frage vom Nina kam, wie ich denn den „tropical Garden“ gefunden hätte und Christina sich nach deren Gemüsezustand im „Vegetable garden“ erkundigte, wurde mir klar, dass ich den eigentlichen Garten garnicht betreten hatte. Also am nächsten Tag nochmal hin und nach kurzem suchen fand ich den Eingang, hinter dessen Toren sich eine Sammlung an Pflanzen aus der ganzen Welt befindet. Drei Stunden lang bin ich dann durch Gartenkollektionen gewandert, welche Flora und Kultur von Ländern auf den verschiedenen Kontinenten der Erde darstellten. Meine Reise ging vom Blumengarten der italienischen Renaissance, über den Japanischen Ziergarten bis zum guten alten Gemüsegarten hinterm Haus. Abgesehen von den Busladungen beladen mit der halben asiatischen Bevölkerung, die sich über den Park verteilten und emsig für Ihre Erinnerungsfotos posierten, konnte man die idyllischen Gärten in Ruhe genießen. Pluspunkt war außerdem das nette Café am kleinen See, am Eingang der Gärten! 🙂

Nach 10 Tagen war der Exkurs in die Großstadt dann vorbei und jetzt geht es weiter nach Raglan. Ein kleiner Ort direkt an der Küste und nur ca eine halbe Stunde von Hamilton entfernt. Bin gespannt was jetzt auf mich zukommt und wie meine nächsten arbeiten so aussehen..

Ein Kommentar zu “10 Tage Hamilton

  1. georgia rambow

    Hallo Gianna,
    ich lese mich durch Deine Berichte und finde es spannend – aber jetzt musst Du ja
    bald alle Cafe’s kennen – lass Dich von den weiteren Erfahrungen überraschen
    und lass uns wieder wissen, wie es Dir geht – heute ist hier Novembergrau
    aber noch mild.
    LG georgia+3

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