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Farevue Farm

Als Chaotengianna dann, nachdem sie erst die Nummer des neuen Host vertauscht und ihm anschließend das falsche Ankunfstdatum geschrieben hatte, am Hof angekommen war, musste auf Seiten des Gastgebers nur noch der Schock überwunden werden, dass ich nicht- kochende Vegetarierin bin und das Abenteuer konnte beginnen. Gleich am ersten Abend ging es los! Im strömenden Regen mussten die Kühe auf eine andere Wiese getrieben werden. Genutzt wurden dafür 2 Hunde, ein Quat und ein Motorcrossrad. Ich war Passagier auf dem Motorcrossrad (ich glaube es war eigentlich nicht für zwei Personen ausgerichtet..) und brauste, mich an Craig (meinem Host) festklammernd die Hügel rauf und runter. Und brausen ist untertrieben! Die Berge waren so steil, dass wir uns bergauf nach vorne lehnen mussten um überhaupt rauf zu kommen und bergab sind wir eher das Gras runtergeschlittert als gefahren. Als dann zwischendurch kleine Kanten und Felsspalten vor uns auftauchten, kam nur ein knappes “ Hang on“ von Craig und wir sprangen die 1 bis 2 Meter samt Rad abwärts. Als wir, zu meiner Überraschung, völlig heile wieder am Hof ankamen, war ich klitschnass und von Dreck gemischt mit Kuhmist übersäht… Aber ich muss sagen es hat wirklich Spaß gemacht 😀

Die restliche Zeit war dann aber weniger abenteuerlich und mehr entspannt, lustig und interessant. Ich habe sehr viel über das neuseeländische Farming gelernt und mir wurde auch gezeigt, wie ich selber Quat und Motorcrossrad fahre und so bin ich dann alleine die Hügel rauf und runter gefahren, aber meistens haben wir uns dann an die Wege gehalten und sind nicht querfeldein irgendwelche abhänge runtergebrettert! Schön war, dass am 3. Tag noch eine andere wwooferin kam und wir dann zu zweit den Disteln den Krieg erklärt haben. Diesmal allerdings mussten wir nicht mit aller Kraft die Pflanzen aus dem Boden schlagen, sondern konnten mit unserem Giftbackpack den Feind Tod spritzen. Die nächsten Tage war unser Motto also „Think Pink“ und wir besprühten Tausende Disteln mit der pinken Giftsubstanz. Wir wissen nicht wie viele Kilometer wir insgesamt zurückgelegt haben, aber geschätzt sind wir täglich wahrscheinlich wirklich 5-10 Kilometer die Hügel abgelaufen, um auch ja keine Distel zu übersehen! Das beste dabei war aber, dass wir meistens an den höher gelegenen Hügeln unterwegs waren und eine fantastische Aussicht über die umliegende Gegend hatten, das war einfach wunderschön!! Nach drei Tagen „spraying“ wurde dann von Craig angemerkt, dass wir die falschen Disteln bekämpft hatten und unsere Energie und Zeit (und das teure Gift :S) an die weniger schlimmen, kleinen Disteln verschwendet haben… Na toll!! Aber immerhin kommen die jetzt auch erstmal nicht wieder 🙂
Außerdem stand die Entwurmung der Lämmer auf dem Plan und die rund 700 Lämmer samt Muttertiere mussten von den Wiesen runter zum Stall getrieben werden. Dort wurden dann Mütter und Kinder getrennt und anschließend den Lämmern, nach und nach einzeln, die Paste in den Mund gespritzt. Und ich kann euch sagen nach 700 verängstigten, strampelnden Lämmern merkt man seine Knochen.. Aber das ist nun mal das „real Farming in Newzealand“!
Nach der Arbeit hab ich meine Aufmerksamkeit dann den 2 Pferden gewidmet und die hatten es bitter nötig!! Zuerst einmal habe ich mir irgendetwas nützliches zum bearbeiten der Hufe zusammen gesammelt und bin dann behelfsmäßig mit einem Meißel als Hufkratzer, einem Holzstumpf als Hufbock und einer verrosteten Raspel an die Arbeit gegangen. Als die Hufe dann einigermaßen wieder in Form gebracht waren, hab ich mich dann auch getraut mit den beiden zu arbeiten und ihnen erstmal das kleine Grund ABC beizubringen, sprich: Führen, Halfter an und ausziehen, ordentlich Hufe heben, anhalten, …
DAS TAT GUT! :))
Highlight war außerdem ein Kurztrip nach Rotorua mit Tabea (der anderen wwooferin) und einem Freund von ihr. Wir sind erst abends losgefahren und kamen nach 2 Stunden Fahrt gegen 21uhr an unser Ziel: eine Badestelle, an der ein kalter Fluss und das Wasser einer heißen Quelle zusammentreffen. So hatte man von fast kochend heiß über angenehm warm/kühl zu eiskalt alle Temperaturen und musste sich immer nur einige Meter vor und zurück bewegen um im gewünschten Wärmegrad zu liegen. Der Ort schien sehr beliebt und um so später es wurde, desto mehr Leute kamen. Es wurden dann Teelichter in die Felsspalten und die kleinen Höhlen gestellt und das zusammen mit dem Sternenhimmel ergab schon eine ziemlich coole Atmosphäre!!
Anschließend haben wir noch einen kurzen Stop in der City gemacht und ich hab mich auf nen schnellen Drink mit zwei Freundinnen getroffen, die auch von Rügen kommen und hier in Neuseeland ihr Gap-year verbringen.

Nach einer Woche auf der Farm bin ich dann schweren Herzens weiter gezogen, denn die Arbeit auf der Farm und die Zeit mit Tabea haben echt Spaß gemacht! Aber jetzt wartet wieder Stadt auf mich und es geht weiter nach New Plymouth…

 

Ein Kommentar zu “Farevue Farm

  1. georgia rambow

    spannend Deine Erfahrungen, Deine Berichte sind klasse man könnte
    richtig neidisch werden – hoffentlich bleiben Deine Abenteuer so positiv
    wie bisher LG

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